|
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde der erste Imitatkäse in den USA entwickelt und es dauerte nicht lange, bis in Europa die ersten Hersteller von Analogkäsesorten Fuß fassten und den Markt mit diesem neuen Produkt überschwemmten. Auch in Deutschland wird immer öfter zu Analogkäsesorten an Stelle vom Originalkäse gegriffen.
Analogkäse sind Imitate von Käsesorten, die nur mit einem geringen oder generell ohne einen Anteil an Milch oder Milcherzeugnissen hergestellt werden. Das benötigte Milchfett und Milcheiweiß wird bei einem Analogkäse durch andere pflanzliche oder tierische Fette ersetzt. Zur Herstellung wird das Pflanzenfett leicht erwärmt. Eine bereits vorgefertigte Trockenmischung wird nun nur noch mit Wasser vermischt und mit dem erwärmten Pflanzenfett vermengt und wiederum erhitzt. Dazu kommt nur noch ein Aromakonzentrat. Diese Zutaten werden durchgemischt, verpackt und sofort gut gekühlt gelagert.
Der heutige Analogkäse, also Kunstkäse, enthält als Grundstoffe größtenteils nur Wasser, Milch-, Bakterien- oder Sojaeiweiß. Außerdem enthält er Pflanzenöle wie unter anderem Palmöl und teilweise auch Stärke. Weiterhin kommen Emulgatoren, Salz sowie Farb- und Aromastoffe zum Einsatz. Diese Stoffe werden benötigt, um dem Käse seine dem Original ähnelnde Farbe und den Geschmack zu geben. Analogkäse gibt es unter anderem als Mozzarella-, Camembert-, Parmesan- und Emmentaler- sowie als Fetakäseprodukt. Analogkäsesorten sind zwar nicht gesundheitsschädigend, aber durch relative viele eingesetzte Geschmacksverstärker und Transfette auch nicht gerade sehr gesund für den Menschen.
Für die Herstellung von Analogkäse benötigt man keine Reifezeit. Dadurch verkürzt sich die Produktionsdauer und die Kosten der Herstellung werden enorm gesenkt. Ein Analogkäse kostet nur etwa 60 % der Kosten einer Originalkäsesorte.
Analogkäse wird in Deutschland überwiegend in der Gastronomie, in Backstuben und vor allem von Fast-Food-Ketten verwendet. Er eignet sich für die Herstellung von Käsebrötchen, Lasagne und auch für Pizzas. In südlichen Ländern findet man Analogkäse sehr oft in Fertiggerichten. Außerdem wird er als Alternative für Vegetarier angeboten und vermarktet.
Analogkäse kann man weder geschmacklich, noch optisch kaum vom Originalkäse unterscheiden. Zurzeit besteht in der Europäischen Union noch keine Pflicht, dass der Anbieter diesen Käse gesondert kennzeichnen muss. Allerdings müssen auf der Verpackung gemäß Lebensmittelverordnung alle Zutaten aufgeführt werden. Erzeugnisse, bei denen pflanzliches Fett an Stelle von Milchfett eingesetzt wird, dürfen nicht die Bezeichnung Käse tragen.
Text: © 2008-2009 lightblue-software e.K. - am Binngraben 6 - 94209 Regen; Deutschland - Tel: +49-9922-8049204 - Fax: +49-9922-8049205 Partnersites: Ei Protein - Auricularia - Zhi Ling - Molken Protein - Molkeprotein
|